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Blick auf die Bildschirme einer Digitalkamera

Rückblick

Hier finden Sie weitere Informationen zu vergangenen Veranstaltungen unseres Projektes Digitizing Living Heritage sowie zum Netzwerk "Historische Arbeitstechniken"

2024

Ein Rückblick auf unsere Veranstaltungen im Jahr 2024

Kick-Off erfolgreich - Unser Auftaktworkshop

Unser Kick-Off Workshop zum Projekt "Digitizing Living Heritage" im LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg liegt nun hinter uns und war ein gelungener Auftakt.

Im Mittelpunkt der beiden Workshoptage am 24. und 25. Juni standen die Entwicklung und das Erlernen digitaler Methoden zur Erhaltung und Weitergabe traditioneller Arbeitstechniken des Handwerks und der Industrie sowie die Gründung des „Netzwerk Historische Arbeitstechniken“. Die rasanten Veränderungen in der Arbeitswelt haben dazu geführt, dass das Wissen um traditionelle Handwerks- und industrielle Produktionstechniken zunehmend schwindet. Viele Kultureinrichtungen stehen vor der Herausforderung, langfristig fachkundige Wissensträger:innen zu finden, die dieses Wissen in Vorführbetrieben lebendig halten und weitergeben können.
Genau dies ist unser Anliegen.

Der Workshop brachte Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und Branchen zusammen. Mitarbeitende verschiedener Museumsbetriebe, Kulturverbände und Universitäten, Vorführende und andere ehrenamtlich engagierte Personen, die sich für den Erhalt historischer Arbeitsweisen einsetzen. Das Zusammentreffen der diversen Fachgebiete ermöglichte es, konkrete Bedarfe der einzelnen Arbeits- und Interessenfelder zu benennen. Es ging darum, herauszufinden, welche Methoden angewendet werden können, um das Wissen sowie Techniken zu sichern. Besonders wurde der Frage nachgegangen, ob Film ein geeignetes Medium ist. Die Idee von digitalen Manualen bieten Lösungen, um neues Personal in die historischen Arbeitsschritte einzuarbeiten und so dieses kulturelle Erbe zu bewahren. Die Teilnehmenden tauchten selbst in die Praxis ein und konnten ein erstes Gespür dafür entwickeln, was es bedeutet, einen Film zu erstellen. Dabei wurde deutlich, wie komplex die Aufgabe ist, Handwerk und Wissen audiovisuell aufzubereiten und einen Film zu erstellen, durch den Techniken weitergegeben werden können. Gleichzeitig hatten alle Teilnehmenden ein großes Erfolgserlebnis, als sie feststellten, dass sie bereits nach zwei Tagen mit einem Tablet und einer kostenlosen App eigenständig tolle Dokumentationsfilme produzieren konnten. Die zwei Tage waren angefüllt mit Ideen und ersten Einblicken, aber auch mit viel Networking und Gesprächen. 

Einblick in unseren Kick-Off-Workshop

Digitale Workshops

Am 28.10. und 25.11.2024 fanden zwei digitale Workshops statt. Dieses Format richtete sich an bisherige sowie neue Netzwerk-Interessierte.

Im Mittelpunkt der beiden Workshops standen die Themen: Netzwerkkommunikation, Datenmanagement und die Erarbeitung eines Leitfadens zur eigenständigen Dokumentation von Arbeitstechniken mit der Kamera.

Die Teilnehmer:innen erhielten zahlreiche Impulse anhand praktischer Beispiele, konnten sich mit Expert:innen zu verschiedenen Möglichkeiten der audiovisuellen Dokumentation austauschen und erste eigene Filmproduktionen vorstellen.

In Gruppenarbeiten wurden die Bedarfe der Vorführbetriebe bei der Filmdokumentation sowie allgemeine Bedarfe des „Netzwerks historische Arbeitstechniken“ erarbeitet und konkretisiert - auch mit Blick auf das kommende Jahr. Ein zentraler Punkt war die Entwicklung praxisorientierten Leitfäden, die Vorführbetrieben die eigenständige Erstellung audiovisueller Dokumentationen ermöglichen sollen. Dabei wurde auch ihr Aufbau, die Bedeutung von Kommunikation zwischen den Akteur:innen und denjenigen, die dokumentieren sowie die Berücksichtigung technischer und räumlicher Herausforderungen betont. 

Ein weiterer, bedeutender Punkt war die Frage nach dem Datenmanagement, insbesondere die langfristige Speicherung unter Einhaltung bestimmter Datenstandards. Gemeinsam wurden Plattformen erarbeitet, die sich für den Aufbau einer eigenen Datenbank eignen, um die erstellten Dokumentationen und Manuale sowohl intern als auch extern zugänglich zu machen - unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, Archivierung, weitere Funktionen und Bedienungsfreundlichkeit. Zur Diskussion standen die Kombination aus den Plattformen „YouTube“ und „Museum Digital“.

Zuletzt lag ein Schwerpunkt auf der internen Netzwerkkommunikation. Als Kernbedarfe wurde die institutionelle Verankerung und eine regelmäßige netzwerkinterne Kommunikation identifiziert, sei es in Form von Treffen oder digitaler Kommunikation, z. B. durch ein Internetforum.  Als größte Herausforderung, um die gesteckten Ziele zu erreichen, wurden Finanzierung und allgemeine Organisation des Netzwerks gesehen. Die Akquise von Fördermitteln und die Einrichtung eines zentralen Arbeitskreises, Vereins oder Ähnlichem wurden als Lösungswege betrachtet.

Die digitalen Workshops führten zu konstruktiven Ergebnissen und sorgten bei den Teilnehmenden für einen angeregten und produktiven Austausch. Die entstandenen Impulse werden vom Projektteam im Hintergrund seitdem umgesetzt, sodass absehbar über konkrete Möglichkeiten für die Vernetzung informiert werden kann.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmenden für das Engagement im Jahr 2024 und freuen uns darauf, auch in 2025 weiter zu wachsen, uns zu vernetzen und gemeinsam implizites Wissen sichtbar zu machen.

2025

Auch 2025 war ein spannendes Jahr für das Projekt und unser Netzwerk. Hier folgt ein Überblick über vergangene Workshops, Treffen und Webinare.

Praxisworkshop am 30. Oktober 2025

Historisches Wissen digital dokumentieren

Durch unser mittlerweile weit verzweigtes Netzwerk haben wir immer wieder die Chance, an einem der vielen Standorte unserer Netzwerkmitglieder Verantaltungen, Workshops und Netzwerktreffen zu gestalten und das Netzwerk immer mehr auch in seiner Vielfalt kennenzulernen. Dieses Mal waren wir im 3-Städte-Depot e.V. in Hückeswagen zu Gast.

Eine Frau schaut sich die Details einer ausgestellten Maschine im 3-Städte-Depot an.

Nach dem gemeinsamen Check-In und einer Begrüßung erhielten die Teilnehmenden bei einer Führung durch das 3-Städte-Depot spannende Einblicke in die vielfältigen Sammlungsbestände und die Arbeit des Vereins. Anschließend wurde das Projekt „Digitizing Living Heritage“ vorgestellt, um auch neue Teilnehmende thematisch abzuholen.

Vier Personen sitzen um ein Tablet und schauen sich konzentriert verschiedene Inhalte an.

Im Mittelpunkt des Workshops stand die praktische Vorbereitung auf die Erstellung digitaler Manuale. Im ersten Workshopteil setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit der Interviewtechnik auseinander und erprobten den im Projekt entwickelten Leitfaden anhand ausgewählter Objekte des 3-Städte-Depots. Dabei wurde deutlich, wie wichtig gezielte Fragen sind, um verborgenes Erfahrungswissen sichtbar zu machen und Arbeitsabläufe nachvollziehbar zu dokumentieren.

Ein Mann filmt mit einem Tablet einen anderen Mann, der eine Maschine bedient

Am Nachmittag folgte die praktische Umsetzung. In Gruppen bereiteten die Teilnehmenden eigenständig einen Videodreh vor und führten diesen durch. Sie übernahmen dabei verschiedene Aufgaben – von der Interviewführung über die Kameraarbeit bis hin zur inhaltlichen Dokumentation – und konnten die zuvor erarbeiteten Methoden direkt anwenden. So entstanden erste filmische Dokumentationen, die zeigten, wie historische Arbeitstechniken anschaulich und verständlich vermittelt werden können.

Mehrere Personen sitzen an einem Tisch in den Räumen des 3-Städte-Depots

Den Abschluss bildete eine offene Diskussions- und Fragerunde, in der Erfahrungen ausgetauscht, Herausforderungen besprochen und Ideen für die weitere Zusammenarbeit im Projekt sowie im „Netzwerk Historische Arbeitstechniken“ entwickelt wurden. Der Workshop machte einmal mehr deutlich, wie wertvoll der persönliche Austausch und die praktische Erprobung digitaler Methoden sind, um historisches Wissen langfristig zu sichern und für zukünftige Generationen zugänglich zu machen.

November bis Dezember 2025

Das Jahr 2025 haben wir mit der Webinar- und Workshopreihe "Von der Werkbank in die Datenbank" erfolgreich beendet. Während fünf online stattfindender Termine und einem Workshopwochenende im LWL-Museum Textilwerk Bocholt haben Teilnehmende aus eine Einführung in den ebenfalls 2025 erschienen Leitfaden erhalten. 

Mit der Workshopreihe „Von der Werkbank in die Datenbank“ konnten wir im Rahmen des Projekts „Digitizing Living Heritage“ Museen und ehrenamtliche Vereine aus der Ferne dabei unterstützen, historische Arbeitstechniken audiovisuell zu dokumentieren und langfristig zu bewahren.

Die Veranstaltungsreihe begleitete den gleichnamigen Leitfaden „Von der Werkbank in die Datenbank. Leitfaden zur audiovisuellen Dokumentation historischer Arbeitstechniken“. In vier aufeinander aufbauenden Webinaren sowie einem zweitägigen Präsenzworkshop im LWL-Museum Textilwerk in Bocholt erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in alle Arbeitsschritte der Erstellung audiovisueller Manuale – von der Vorbereitung und Drehplanung über die Dreharbeiten und Postproduktion bis hin zur Erstellung eines fertigen Manuals.

Im Mittelpunkt stand die Vermittlung digitaler Kompetenzen, die den teilnehmenden Einrichtungen dabei helfen, historisches Wissen systematisch zu dokumentieren und für zukünftige Generationen zugänglich zu machen. Die Workshopreihe bot dabei nicht nur fachlichen Input, sondern auch Raum für den Austausch von Erfahrungen und die gemeinsame Weiterentwicklung der Methoden zur digitalen Sicherung immateriellen Kulturerbes.

Einblick in den Leitfaden „Von der Werkbank in die Datenbank. Leitfaden zur audiovisuellen Dokumentation historischer Arbeitstechniken“ erhalten Sie hier.

Personen stehen an einem Objekt des Textilwerks Bocholt

Den Abschluss der Workshopreihe bildete ein zweitägiger Praxisworkshop im LWL-Museum Textilwerk Bocholt. Nach einer Einführung in das Projekt und einer Führung durch die Weberei und Spinnerei stand die praktische Anwendung des zuvor vermittelten Wissens im Mittelpunkt.

Die Teilnehmenden vertieften ihre Interviewtechniken, bereiteten in Gruppen eigene Videodrehs vor und setzten diese direkt um. Am zweiten Veranstaltungstag beschäftigten sie sich mit der Vertonung ihrer Filme sowie mit Möglichkeiten der Veröffentlichung audiovisueller Manuale. Ergänzt wurde das Programm durch Praxisbeispiele aus dem Netzwerk, gemeinsame Austauschrunden und Diskussionen zur zukünftigen Zusammenarbeit. Der Workshop bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre neu erworbenen Kenntnisse unmittelbar anzuwenden und gemeinsam weiterzuentwickeln.